Angewandte Kunst

Die Angewandte Kunst in der GEDOK

Tanja Roolfs, Brigitte von Savigny

Die Angewandte Kunst – also Kunsthandwerk und Design – ist ein lebendiger, vielfältiger und inspirierender Bereich, dem die GEDOK zu mehr Sichtbarkeit und Anerkennung verhelfen möchte. Gemeinsam möchten wir Impulse setzen, vernetzen, unterstützen und dazu beitragen, die Vielfalt der angewandten Kunst sichtbar zu machen – innerhalb der GEDOK und darüber hinaus.

Der Bereich der angewandten Kunst ist ein weites und dynamisches Feld, das eine Brücke schlägt zwischen Schönheit, Ausdruck und Funktionalität. Im Laufe der Geschichte haben die angewandten Künste den gesellschaftlichen Wandel, den technischen Fortschritt und die kulturellen Veränderungen widergespiegelt, sich kontinuierlich weiterentwickelt, und sind gestern wie heute auch eine wichtige Wirtschaftskraft.

Letztlich erinnern uns die angewandten Künste daran, dass handwerkliches Können und künstlerische Innovation, revolutionäre Ideen und kreativer Umgang mit dem Material sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern komplementäre Kräfte sind, die kulturelle Identitäten und Praktiken bewahren und die Geschichten verschiedener Gemeinschaften durch greifbare Formen zu erzählen vermögen. Durch die ständige Weiterentwicklung der angewandten Kunst sorgen wir dafür, dass unsere materielle Kultur so lebendig und vielfältig bleibt wie der menschliche Geist selbst.

1990 wurde erstmals ein Preis für Angewandte Kunst ausgelobt unter dem Titel „GEDOK Fantasie und Form“. Die umfangreiche Ausstellung zeigte Werke von 87 Künstlerinnen, darunter Textil-Kunst, Schmuck, Keramik, sowie Arbeiten aus Glas und Holz. Die Werke der nominierten Künstlerinnen wurden gezeigt in einer Ausstellung in der Galerie Kunsthandwerk der Handwerkskammer Köln. 1994 wurde der Preis abermals vergeben, verbunden mit einer Ausstellung im Reiss-Museum Mannheim.

Im Turnus von zwei Jahren wurde von 2005 bis 2020 achtmal der GEDOK FormART Klaus Oschmann-Preis, seit 2017 GEDOK FormART Elke und Klaus Oschmann Preis, für hochqualifizierte Künstlerinnen der Sparte Angewandte Kunst und Design ausgelobt.

Die Münchner Unternehmerin Elke G. Oschmann stiftete 2005 nach dem Tod ihres Mannes Klaus den insgesamt mit 10.000 € dotierten Preis, Preisgeld für drei Preisträgerinnen und den gleichnamigen Katalog. Nach ihrem Tod 2017 führten die Töchter Anna Oschmann und Berta Rieder bis 2020 die renommierte Ausschreibung fort, nun als GEDOK FormART Elke und Klaus Oschmann Preis. Unter den Preisträgerinnen waren Künstlerinnen der Schmuckkunst, Glaskunst, Leder- und Textilgestaltung, Keramik und Porzellan, Papier- und Buchbindekunst, sowie die seltene Gattung der Haarkunst.

Dank der Stifterin Franziska Behrentin wird zum 100-jährigen Jubiläum der GEDOK 2026 wieder ein Preis für Angewandte Kunst ausgelobt. Eine zweistufige Jurierung wählt die Preisträgerinnen und die für eine Shortlist nominierten Künstlerinnen aus, deren Werke in einer Ausstellung anlässlich der Preisverleihung gezeigt werden. Die Präsentation findet 2027 in der Wilhelm Wagenfeld-Stiftung in Bremen statt.

Fantasie und Form – Preisträgerinnen
1990  die Goldschmiedinnen Christina Weck und Barbara Schmedding, die Buchbinderin Suse Güllert
1994  Heiderose Saul-Schneider, Schmuck; Renata Brink, Textil; Silvia Ullmann, Keramik

GEDOK FormART Klaus Oschmann-Preis – Preisträgerinnen
2005  Bettina von Reiswitz, GEDOK München, Ledergestaltung; Ulrike Umlauf-Orrom, GEDOK München, Glaskunst; Claudia Westhaus, GEDOK Hamburg, Schmuckkunst; Ausstellung und Preisverleihung im Stuttgarter GEDOK-Haus
Ausstellung in Stuttgart
2007  Sophia Epp, GEDOK München; Barbara Hast und Susanne Koch, GEDOK Hamburg; Nicki Marquardt, GEDOK München
Ausstellung im Mantelssaal der Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck, 24 beteiligte Künstlerinnen
2009  Alessandra Pizzini, GEDOK Franken; Nadja Recknagel, GEDOK Köln; Katrin Spranger, GEDOK Hamburg
Ausstellung in Handwerksform Hannover
2011  Michaela Kirchner, GEDOK Heidelberg; Gabriele von Lehsten, GEDOK München; Maria Verburg, GEDOK München
Ausstellung in der St. Georgen Kirche in Wismar, 22 beteiligte Künstlerinnen
2013  Daniela Bauer, GEDOK Franken; Susanne Elstner, GEDOK München; Renate Hahn, GEDOK Bonn
Ausstellung in Hannover
2015  Traudel Lindauer, GEDOK Bonn; Birgit Werner, GEDOK Stuttgart; Kirsten Plank, GEDOK München
Ausstellung in Reutlingen
2017  nun GEDOK FormART Elke und Klaus Oschmann Preis: Susanne Holzinger, GEDOK München; Iris Merkle, GEDOK Stuttgart; Ulrike Scriba, GEDOK Karlsruhe/Köln; 30 beteiligte Künstlerinnen; verliehen in Karlsruhe
2020  Heidi Degenhardt, GEDOK Reutlingen; Christiane Pott, GEDOK München; Margret Schopka, GEDOK A46/Düsseldorf
Ausstellung in München