Darstellende Kunst
Darstellende Kunst
und Interdisziplinäre Kunst
Carola Hölting, Patricia Falkenburg
Der Bereich der Darstellenden Kunst innerhalb der GEDOK umfasst klassische, vor allem aber auch experimentelle Formen von Performance, Tanz, Schauspiel sowie multimediale Vortragsformen.
Das Wesen der darstellenden Kunst ist ihr Live-Charakter und die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit der Aufführungen. Gleichzeitig sind die Darstellenden Künste ein Bereich, der grundsätzlich stark durch interdisziplinäre Zusammenarbeit geprägt ist und so sind die Grenzen zu anderen Fächern wie Bildender Kunst, Angewandter Kunst, Literatur und Musik fließend. Je nach Auslegung werden auch die Disziplinen Film und Medienkunst als Teil der Darstellenden Künste angesehen. In der Satzung der GEDOK wird daher auch explizit von Darstellender und Interdisziplinärer Kunst gesprochen. In der Anfangszeit der GEDOK zählte auch die „Darstellende Gymnastik“ zu den Darstellenden Künsten.
Bei der Realisierung von Projekten spielen neben den Live-Aufführungen auch Medien wie Fotografie, Video und Film eine große Rolle. Die Aktivitäten der Künstlerinnen aus dem Bereich der Darstellenden Kunst decken daher ein breites Spektrum ab: Die Künstlerinnen realisieren Theaterarbeiten, Performances, Interventionen, Liederabende, Kabarett, szenische oder musikalische Lesungen, Installationen und multimediale Projekte.
Die Disziplin Darstellende Kunst ist im Jubiläumsjahr 2026 bei 11 Regionalgruppen vertreten, hat aber bereits seit 2014 keine Fachbeirätin mehr im Vorstand des Bundesverbands; auch bei den meisten der Regionalgruppen gibt es keine Fachbeirätin DK. Im Bundesverband hatte das Amt zuletzt Doro Eitel aus Freiburg inne, für die bei der Mitgliederversammlung 2014 keine Nachfolgerin benannt werden konnte.
Ungeachtet dessen sind die Darstellenden Künste von der Gründung an stark in der GEDOK vertreten gewesen: schon in der Anfangszeit gab es zahlreiche Tänzerinnen und Darstellende Künstlerinnen im Verband. Auch wenn die Darstellende Kunst 2026 in ihrer Mitgliederzahl weit hinter den anderen Disziplinen zurückbleibt, so ist ihre Wirkung und Bedeutung im interdisziplinären Arbeiten der Regionalgruppen keinesfalls gering zu achten. Wo Darstellende Künstlerinnen zu den Mitgliedern zählen, bereichern sie die künstlerische Zusammenarbeit und setzen wesentliche Impulse.
So berichtet Bettina Dorn, Fachbeirätin für Darstellende Kunst in der GEDOK Köln, 2025 von einer intensiven, spartenübergreifenden Zusammenarbeit. Die sechs Mitglieder zählende Gruppe aus den Bereichen Schauspiel, Musiktheater, Film und Regie erarbeiten Performances im engen Austausch mit GEDOK-Künstlerinnen der Disziplinen Musik, Angewandter und Bildender Kunst. Ähnliches berichten die übrigen Regionalgruppen, die Darstellende Künstlerinnen in ihren Reihen haben. Vielfach entstehen Formate in engem Austausch zwischen den Sparten Musik, Literatur und Theater, beispielsweise als Tanzperformances mit Musik und Lesung.
Die GEDOK Berlin initiierte zudem Projekte, die eine interdisziplinäre und zugleich auch überregionale Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regionalgruppen darstellen.
Einige Regionalgruppen – Berlin, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Mitteldeutschland und Wuppertal – ebenso wie der Bundesverband bezeichnen den Fachbereich daher als „Darstellende und Interdisziplinäre Kunst“, um den offenen Charakter und die Möglichkeit zu Zusammenarbeit und Netzwerkaustausch hervorzuheben.
