Historie


Die Geschichte der GEDOK


Der Ursprung der GEDOK führt zurück ins Jahr 1926, als die Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) in Hamburg den 1913 von ihr gegründeten „Bund Niederdeutscher Künstlerinnen“ um den „Bund Hamburgischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“ erweiterte. Daraus rief Ida Dehmel aus mehreren örtlich agierenden Verbänden 1927 den ersten überregionalen „Bund Deutscher Künstlerinnen“ ins Leben, dem der Verband künstlerischer Frauenorganisationen Österreichs namens „Panthea“ als Kooperationspartner beitrat. Der Gesamtverband erhielt dabei den Namen „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ mit dem Akronym GEDOK.

Ida Dehmel war Werkbundmitglied und im Vorstand des ersten Zonta-Clubs. Nicht nur hier trat sie für die Rechte von Frauen ein. Insbesondere förderte sie Künstlerinnen, indem sie für deren Unterstützung ein Netzwerk engagierter Mäzeninnen ins Leben rief. 1933 wurde Ida Dehmel aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln zum Rücktritt aus dem Vorstand gezwungen und schließlich aus der GEDOK ausgeschlossen. Die Verfolgungen durch das nationalsozialistische Regime trieben sie 1942 in den Freitod.

Heute ist die GEDOK, der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen der Sektionen:

Bildende Kunst
Angewandte Kunst / ArtDesign
Literatur
Musik
Interdisziplinäre Kunst / Darstellende Kunst

Kunstinteressierte Frauen und Männer tragen in einer eigenen Sektion der Kunstfördernden zur Verwirklichung unserer Ziele bei.

GEDOK bezieht ihre finanziellen Mittel aus Beiträgen und Spenden sowie projektgebundenen Zuschüssen.

Die Aufnahme in die GEDOK erfolgt über die Regionalgruppen. Die Fachjurys der Regionalgruppen entscheiden über die Aufnahme. Ein künstlerischer Hochschulabschluss ist erwünscht, aber auch Autodidaktinnen können sich bewerben.


GEDOK-Leitbild


Die Mitglieder der GEDOK vertreten die Freiheit des Wortes und der Kunst im Sinne des Art. 5 Grundgesetz. Sie wirken gegen jedwede Form von Hass und Gewalt, für Diversität, für eine einige Welt und eine in Frieden lebende Menschheit. Die Mitglieder der GEDOK distanzieren sich entschieden von allen, die Nationalismus, politischen und religiösen Extremismus, Antisemitismus, Homophobie, Frauen- oder Fremdenfeindlichkeit propagieren.

Präsidentinnen der GEDOK


1926 – 1933
Ida Dehmel
Vizepräsidentin: Anna Maria Darboven

02.06.1933
Gertrud Kapesser | Bertha Schwannecke (Vorstand nach Absetzung Ida Dehmels), de facto aber agierte Toni Schütte, Bremen, kommissarisch als Vorsitzende der gleichgeschalteten Reichs-GEDOK. (Quelle: Elke Lauterbach-Phillip. Die GEDOK – ihre Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bildenden und Angewandten Kunst, Dissertation, München 2003, Herbert Utz Verlag München 2005, S. 68 ff)

16.09.1933 – 1937
Elsa Bruckmann, München (Mitglied der NSDAP)

1948 – 1959
Marianne Gärtner (Nichte von Ida Dehmel), Hamburg

1959 – 1964
Felicitas Rothe (später Gräfin Rothenburg)

1964 – 1968
Felicitas Barg, Hamburg

1968 – 1974
Annelie Rall, Göppingen

1974 – 1978
Sybille Niester, Hamburg

1978 – 1988
Gisela Gräfin von Waldersee, Stöfs, Schleswig-Holstein
Vizepräsidentin: Marianne Dickel, Köln

1988 – 2000
Dr. Renate Massmann, Wuppertal
Vizepräsidentinnen: Esther Block, München, Margret Schulz aus dem Kahmen, Lübeck, Nanna Zernack, Berlin (ab 1992)

2000 – 2006
Kathy Kaaf, Bonn
Vizepräsidentinnen: Nanna Zernack, Berlin, Dr. Gerlinde Förster, Brandenburg (bis 2004), Susanne Meier-Faust, M. A., Freiburg (ab 2004 – 2006)

2006 – 2012
Ingrid Scheller, Köln
Vizepräsidentinnen: Renate Christin, Regensburg (bis 2008), Aloisia Taurit, Lübeck (bis 2008), dann 1. Vizepräsidentin: Heralde Schmitt-Ulms, Hannover (2008 – 2012)

2012 – 2018
Prof. Ulrike Rosenbach, Bad Münstereifel
Vizepräsidentinnen: Dr. Gerlinde Förster, Brandenburg, Heralde Schmitt-Ulms, Hannover (bis 2014), Gudrun Mettig, Köln (2014 – 2018)

Seit 2018
PD Dr. phil. habil. Ursula Toyka-Fuong, Bad Honnef
Vizepräsidentinnen: Susanne Meier-Faust, M. A., Freiburg, Gudrun Mettig, Köln (bis 2020)